Häufige Fragen an den Vertrauensanwalt
Die wichtigsten Antworten zu Kontakt, Kosten, Vertraulichkeit und dem weiteren Verfahren.
Was macht ein externer Compliance-Vertrauensanwalt?
Er nimmt Hinweise auf mögliche Rechts- und Regelverstöße entgegen, fragt nach und ordnet den Sachverhalt rechtlich ein. Die Organisation beauftragt ihn als persönliche Anlaufstelle außerhalb ihrer eigenen Struktur. Welche Meldestellenaufgaben er zusätzlich übernimmt, bestimmt der Auftrag.
Kostet mich eine Meldung etwas?
Die Nutzung der von einer Organisation beauftragten Vertrauensstelle ist für Hinweisgeber kostenfrei. Die Organisation trägt die Kosten. Eine persönliche anwaltliche Vertretung in einer eigenen Angelegenheit ist ein gesondertes Mandat.
Werde ich durch die Meldung Mandant des Ombudsmanns?
Nein. Im Ombudsmodell besteht das Mandat mit der beauftragenden Organisation. Hinweisgeber werden in die Schutzregeln einbezogen. Eine Vertretung eigener Ansprüche oder eine persönliche Strafverteidigung erfordert eine gesonderte Prüfung und gegebenenfalls einen anderen, konfliktfreien Rechtsanwalt.
Kann ich mich ohne Namensnennung melden?
Sie können einen Hinweis auch ohne Namensangabe übermitteln, etwa per Post. Dabei sollten Sie berücksichtigen, dass sich aus Inhalt oder Begleitumständen Rückschlüsse auf Ihre Person ergeben können. Ohne einen Rückkanal können wir keine Fragen stellen oder Rückmeldung geben. Die Kontaktwege dieser Website sind kein technisches Anonymisierungsportal.
Erfährt mein Arbeitgeber meinen Namen?
Ihre Identität wird vertraulich behandelt. Wir besprechen, welche Angaben weitergegeben werden dürfen. Das HinSchG enthält jedoch gesetzliche Ausnahmen. Deshalb ist eine unter allen Umständen ausgeschlossene Offenlegung keine Zusage, die ein Vertrauensanwalt geben kann. Mehr zu Vertraulichkeit und Schutz
Muss ich den Verstoß beweisen können?
Eine abgeschlossene Beweisführung ist für die Kontaktaufnahme nicht erforderlich. Beschreiben Sie konkrete Tatsachen und kennzeichnen Sie Vermutungen. Für den Schutz nach dem HinSchG kommt es unter anderem darauf an, ob Sie bei der Meldung hinreichenden Grund hatten, Ihre Angaben für zutreffend und vom Gesetz erfasst zu halten.
Ist ein externer Vertrauensanwalt eine externe Meldestelle?
Die Begriffe sind zu unterscheiden: Eine Kanzlei außerhalb des Unternehmens kann dessen interne Meldestelle betreiben. Externe Meldestellen im Sinne des HinSchG sind die gesetzlich vorgesehenen behördlichen Stellen. Die Aufgaben unseres Mandats klären wir zu Beginn.
Darf ich mich direkt an eine Behörde wenden?
Das HinSchG lässt grundsätzlich die Wahl zwischen interner und zuständiger externer Meldestelle. Sie müssen nicht generell zuerst an das Unternehmen herantreten. Für eine Veröffentlichung gegenüber Presse oder Öffentlichkeit gelten andere, engere Voraussetzungen.
Wann bekomme ich eine Rückmeldung?
Im Verfahren einer internen Meldestelle nach dem HinSchG ist der Eingang binnen sieben Tagen zu bestätigen. Die Rückmeldung folgt grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Bestätigung; ohne Bestätigung spätestens drei Monate und sieben Tage nach Eingang. Das setzt einen erreichbaren Rückkanal voraus. Zum genauen Ablauf
Sind Sie auch Versicherungsombudsmann oder Schlichtungsstelle?
Nein. Wir nehmen Compliance-Hinweise zu den von uns betreuten Organisationen entgegen. Eine Verbraucherschlichtung über Versicherungsleistungen ist eine andere Aufgabe. Dafür gibt es insbesondere den Versicherungsombudsmann e. V..
Was gilt, wenn ich selbst beteiligt bin?
Eine Meldung führt nicht automatisch zu Straffreiheit oder schützt vor jeder eigenen Haftung. Sprechen Sie eine mögliche Beteiligung frühzeitig an, bevor Sie Einzelheiten offenlegen. Ein gesonderter anwaltlicher Beistand kann erforderlich sein.